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Ereignisse und Veranstaltungen

der Bildungseinrichtungen am BZ Gotha

Veranstaltung im Foyer Haus 1

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Hochschulfasching in der Aula

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Diplomierungsfeier in der Aula

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Festveranstaltung in der Aula mit Christina Rommel

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Podiumsdiskussion im Hörsaal mit dem Innenminister

Vortrag zum Thema „Korruption“


12.01.2023

Im Rahmen der Wahlpflichtveranstaltungen hielt die Staatsanwältin Frau Clauß vom Thüringer Landeskriminalamt einen Vortrag zum Thema „Korruption“. Darunter versteht man den Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil. Je nach Sachverhalt wird dabei zwischen situativem, spontanem Willensentschluss und strukturellen, bewusst geplanten, längerfristigen Beziehungen unterschieden. Schwierig bei der Ahndung ist vor allem das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Tätern, da es hier kein konkretes Opfer gibt, welches sich zur Wehr setzen will. So stellt die Prävention eine entscheidende Rolle zur Bekämpfung dar. Effektive Maßnahmen setzen dabei zum einen bei den Motiven an. Dazu zählen die finanziell-wirtschaftliche Lage aber auch die persönliche Zufriedenheit und Wertschätzung im Dienst. Zum anderen werden besonders gefährdete Bereiche wie beispielsweise die Bewirtschaftung von Haushaltsmitteln mit Außenwirkung strenger kontrolliert durch das Mehr-Augen-Prinzip und organisatorisch angepasst durch die Funktionstrennung. Die Bedeutung von Schulungen zum Thema betonte Frau Clauß hinsichtlich der Vorbeugung, aber auch in Bezug auf das Erkennen von Korruptionsindikatoren. Dazu zählen der private Kontakt zu Antragstellern und Unternehmen, aber auch die Abschottung einzelner Aufgabengebiete sowie ein unerklärlicher Lebensstandard. Systembezogene Indikatoren sind Dienstposten mit sehr großer Aufgabenkonzentration und ein hoher Ermessenspielraum sowie eine schwach ausgeprägte Dienst- und Fachaufsicht. Sollte trotz aller Maßnahmen ein Verdacht aufkommen, kann man sich jederzeit an den Antikorruptionsbeauftragten der jeweiligen öffentlichen Stelle wenden. Er kann mit und ohne konkreten Verdacht tätig werden und dient außerdem als Informationsstelle bei Fragen sowohl für Beschäftigte als auch für Bürgerinnen und Bürger.

Frau Clauß schaffte mit ihren Erfahrungen bei uns ein Bewusstsein dafür, wie allgegenwärtig das Thema Korruption in der öffentlichen Verwaltung ist und sensibilisierte uns, potentielle Gefahren zu erkennen. Schließlich kann man auch ungewollt in Situationen kommen, in denen man Gefahr läuft, unbewusst gegen Vorschriften zu verstoßen, was mitunter weitreichende Folgen wie etwa den Verlust des Beamtenstatus haben kann.

Text: Sabine Lisso, Fachbereich KSAV, Kurs: 21/1

Erwachsenwerden in der JSA Arnstadt


04.01.2023

Jugendliche und Heranwachsende hinter Gittern

Sie sind jung, männlich und kriminell – die 145 Gefangenen der Jugendstrafanstalt Arnstadt in Thüringen, Deutschlands modernstem Jugendknast.

Diebe, Schläger und sogar Mörder unter 24 Jahren verbüßen hier eine Jugendstrafe nach dem Jugendgerichtsgesetz. Die Botschaft der JSA Arnstadt lautet jedoch: „Wer hier einsitzt, ist für die Gesellschaft noch nicht verloren.“

Genau an diesem Ort konnten sich die Justizsekretäranwärterinnen und -anwärter des Einstellungsjahrgangs 2022 einen Einblick verschaffen. Die Jugendstrafanstalt ist für den Vollzug und die Untersuchungshaft an Jugendlichen und Heranwachsenden, an ausschließlich männlichen Gefangenen, zuständig.

Seit Mai 2016 werden hier aber auch erwachsene Strafgefangene untergebracht. Hierbei müssen jedoch gewisse Voraussetzungen gegeben sein, denn der erwachsene Strafgefangene muss sich im Erstvollzug befinden, zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren verurteilt wurden sein und darf zum Zeitpunkt der Einweisung nicht älter als 27 Jahre sein. Die Gesamtfläche der Jugendstrafanstalt beträgt insgesamt 14,4 ha. Dabei ist die Anstalt mit 276 Haftplätzen im geschlossenen Vollzug und 20 Haftplätzen im offenen Vollzug ausgestattet.

Im geschlossenen Vollzug können die Gefangenen in 4 Hafthäusern untergebracht werden. Pro Hafthaus stehen 6 Wohngruppen zur Verfügung. Die Wohngruppengröße ist in den Hafthäusern teilweise unterschiedlich angelegt und mit Belegungen zwischen 9 und 12 Gefangenen möglich. Die Gefangenen werden jedoch grundsätzlich einzeln in einem Haftraum untergebracht. Zudem verfügt jedes Hafthaus über einen eigen Sport- und Freizeithof.

Insgesamt besteht die Anstalt aus 17 Einzelgebäuden. Diese gliedern sich in 3 Werkstatt-, einem Schul-, einem Freizeit-, einem Versorgungs- und einem Verwaltungsgebäude.

Sowie eine Sporthalle und ein Gewächshaus. Bei einem Rundgang durch die Anstalt wurde alles gezeigt was die Anstalt zu bieten hat, so konnten sich die Justizsekretäranwärterinnen und -anwärter einen guten Überblick verschaffen. Zum Beispiel wurde ein Haftraum mit der Videoüberwachung gezeigt, in dem Gefangene eingesperrt werden, die Suizidgedanken haben. Der besonders gesicherte Haftraum war ein erdrückendes Erlebnis für die Justizsekretäranwärterinnen und -anwärter, denn dieser ist die letzte Maßnahme gegen psychisch kranke oder aggressive Gefangene.

Den Insassen der Strafanstalt steht ein vielfältiges Bildungs- und Ausbildungsprogramm zur Verfügung. Indem sie ihren Abschluss nachholen oder eine Ausbildung erlernen können, um sich Taschengeld dazu zu verdienen, von dem sie ihren Einkauf oder die Gefängnistelefonrechnung bezahlen können.

In einer von vier Werkstätten konnten die Justizsekretäranwärterinnen und -anwärter die Kreativität der Gefangenen sichtbar erkennen. In den Werkstätten, dem Gewächshaus oder der Lehrküche können die Straftäter vielen Ausbildungsberufen nachgehen, denn die Justizbediensteten versuchen jeden Gefangen nach der Entlassung an Arbeitgeber zu vermitteln.

Zuletzt durften die Justizsekretäranwärterinnen und -anwärter in der Strafanstalt die Küche und das gekochte Essen der Gefangenen probieren. Davon schienen alle sichtlich begeistert zu sein. Im Anschluss ging es für Anwärterinnen und Anwärter in die Jugendarrestanstalt.

Erziehung durch Fremde - Können Sie noch retten, was die Eltern nicht schafften?

Jugendarrest ist die letzte Möglichkeit der Konsequenz des Staates vor der Verhängung einer Jugendstrafe. Die Jugendlichen und Heranwachsenden verbringen dabei maximal vier Wochen in der Anstalt. Die Altersspanne liegt zwischen 14 und 21. Jahren, in Ausnahmefällen auch bis zu 24 Jahren.

Die Anstalt setzt in seinem Konzept auf Integration und somit wird ganz nah mit den jungen Menschen zusammengearbeitet. Sei es nur Plätzchen backen mit der Sozialarbeiterin kurz vor den Weihnachtstagen oder Weihnachtsgestecke für einen guten Zweck basteln. Die Jugendarrestanstalt bietet Raum für 5 weibliche und 34 männliche Jugendliche und Heranwachsende. Mithin verfügt die Anstalt über 39 Plätze.

Die Anstalt verfügt im Außenbereich über eine Sportanlage, einen Schulungsraum und einen medizinischen Raum. Der Sport ist aber auch im Innenbereich möglich sowie ein Fernsehraum steht den Jugendlichen zur Verfügung. Auch das wurde den Justizsekretäranwärterinnen und -anwärtern gezeigt. Im Anschluss wurden noch genügend Fragen beantwortet.

Text: Vanessa Sorber und Lilly Tittmann, Justizsekretäranwärterinnen Jg. 2022
Bilder: Torsten Grimm, BZ Gotha

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